Veranstaltungsberichte Jubiläumsfeier

12.07.2025 | Unser Verein feiert sein 25-jähriges Bestehen

25 Jahre GFK Netzwerk München – Ein Fest voller Musik, Lachen und Verbindung

Am Samstag 12.07.25 war es so weit: Unser GFK Netzwerk München e.V. feierte sein 25-jähriges Jubiläum mit über 60 Gästen – und der Abend war genauso bunt, herzlich und lebendig, wie wir es uns gewünscht haben.

Lukas Osburg begrüßte alle Gäste und moderierte durch den ersten Teil. Gabriele Lindemann empfing uns mit einem warmen Saxophonstück, das die festliche Stimmung einleitete. Ingrid Holler spannte dann mit ihrer Festrede den Bogen: von den Anfängen unseres Netzwerks bis zu dem, was uns heute trägt – die Freude an Verbindung, Verständnis und gelebter Empathie. Anschließend durften wir erneut das Saxophon genießen.
Nach einem reichhaltigen, vegetarischen Buffet ging es weiter mit einem bunten Programm:

  • Ein Gruppenspiel, das alle in Bewegung und ins Gespräch brachte. Wir hatten eine Gruppenaufgabe, die zu lustigen Darbietungen führte. Luise Katzmann hat sich das wunderbar ausgedacht und vor allem wunderschöne Armbänder gebastelt, die zur Gruppenbildung führten.
  • LachYoga mit Lukas Osterburg, bei dem die Freude ansteckend war.
  • Eine mitreißende Tanzaufführung zu Musik von Michael Jackson von unserem lieben Kollegen Alexio Schulze-Castro, der dann noch einen Mini-Tanzkurs für alle anleitete.

Zum Ausklang wurde noch ausgiebig getanzt zur Playlist von Jens Oßwald – ein würdiges Finale für einen gelungenen Abend.

Unser herzlichster Dank geht an alle, die mitgeholfen, organisiert, musiziert, angeleitet, dekoriert und gelächelt haben. Ihr habt dieses Jubiläum zu einem unvergesslichen Fest gemacht! Vor allem an das Orga-Team mit Sylvia Seib, Marion Nebbe und Lukas Osburg.
Auf die nächsten 25 Jahre voller GFK-Momente – und darauf, dass Empathie weiterhin ansteckend bleibt. 💛

Verfasserin: Marion Kaiser

02.10.2021 | Unser Verein bei der Langen Nacht der Demokratie

Im spektakulären Riesenrad in München –>  GFK als Brücke zu mehr Kooperation und gegenseitigem Verständnis erlebbar machen.
Das war die selbst gestellte Aufgabe von Alexio Schulze-Castro und mir (als Vertreter unseres Vereins) in dieser sehr bewegenden Nacht in unserer Gondel.

Verfasser: Jens Oßwald  …

Unsere Nacht im Riesenrad

Unser Motto: Gewaltfreie Kommunikation | Gemeinsam bewegen, Verbindung erleben

Zeit: 19:30 – 24:00 Uhr

Zusammenfassung von Jens Oßwald:

Die Lange Nacht der Demokratie fand, coronabedingt ein Jahr später als ursprünglich geplant statt. Sie bildete den Rahmen für Inspiration, Begegnung sowie Reflexion zur Bedeutung von Demokratie und widmete sich der zentralen Frage:

Was hält unsere Gesellschaft zusammen – in der Kommune, in Bayern, in Deutschland und in Europa?

Die Lange Nacht fand in über 30 Kommunen in Bayern zeitgleich statt, von Coburg bis Rosenheim. In der Nacht vor dem Tag der Deutschen Einheit wurde in vielfältigsten Formaten über Demokratie philosophiert, diskutiert, gestritten und geslammt, Musik und Kultur genossen, gelacht und gefeiert.

Eine besondere Location hat sich der Standort München ausgesucht: Das Riesenrad im Werksviertel – kostenfrei in 26 Gondeln, in 8 Durchläufen á 8 Personen. Ermöglicht hat dies der Crowd-Funding-Wettbewerb Demokratierad! Schirmherr für München bei dieser Veranstaltung war Oberbürgermeister Dieter Reiter.

Als Vertreter unseres Vereins haben sich Alexio Schulze-Castro und ich (Jens Oßwald) überlegt, mit der Gewaltfreien Kommunikation zum gemeinsamen Erleben und Gelingen beizutragen. Es waren weit über 30 Vereine, Gemeinschaften und Vereinigungen an diesem Abend aktiv in den Gondeln mit unterschiedlichsten Themen zur Demokratie unterwegs.

Alexio und ich haben es uns zur Aufgabe gemacht, die GFK als Brücke zu mehr Kooperation und gegenseitigem Verständnis erlebbar zu machen. Dazu haben wir die Mitfahrerenden eingeladen uns – in einem bestimmten Format – von ihren Gefühlen und gelebten Bedürfnissen zu erzählen und gemeinsam dazu in den Austausch zu gehen. Ein spannendes Experiment wie wir fanden.

Nicht gefasst waren wir auf eine Horde Kinder – denn die Veranstaltung hat zwischen 19:30-24 Uhr stattgefunden.

Nicht gefasst waren wir auf Menschen aus so vielen unterschiedlichen Herkunftsländern und Kulturen.

Aber egal wer unsere Gondel bestieg, alle kamen über Gefühle und Bedürfnisse in den Austausch und wie von Zauberhand ein wenig mehr in Verbindung.

Wir hatten wirklich viel Freude an der gebotenen Vielfalt der Menschen, die wir getroffen haben und der Leichtigkeit und dem Humor mit denen wir ihnen begegnen konnten. Unser Konzept GFK spürbar zu machen ist somit voll aufgegangen 😁

Gesamt gesehen ein sehr gelungenes Event, mit vielen Anbietern, sehr vielen Interessierten und sehr sehr viel Wirkung im Sinne der Verständigung und des Miteinanders. Bravo und danke auch den vielen Organisator*innen, Mithelfenden und Mitwirkenden, die zur Realisierung des Events beigetragen haben.

Gerne drehen wir nochmal eine Runde …

17.10.2020 | Bericht vom Seminar „Mimikresonanz“ Oktober 2020

Wir leben in einer Welt, in der es normal ist, sich zu unterhalten und dabei häufiger auf das Smartphone zu schauen als in das Gesicht des Gegenübers. Wir profitieren in vielerlei Hinsicht von der voranschreitenden Digitalisierung und gleichzeitig hat diese Entwicklung drastische Folgen auf unsere Fähigkeit, die Emotionen anderer Menschen richtig einschätzen zu können…

Verfasserin: Anne Anders-Bühling  …

Bericht vom Seminar „Mimikresonanz“ Oktober 2020

Termin: Samstag, 17.10.2020

Zeit: 9:30 – 17:00 Uhr

Ort: Online über Zoom

Kosten: 75 €

Zusammenfassung von Anne Anders-Bühling:

Die durchschnittliche Emotionserkennungsfähigkeit liegt heute bei 62,7%. Wir interpretieren fast jeden zweiten Gesichtsausdruck falsch oder sehen ihn nicht einmal. Die Mimikresonanz-Methode, welche 2011 von Dirk W. Ehlert entwickelt wurde, ist ein Trainingskonzept, um emotionale Signale des Gesprächspartners bewusst wahrzunehmen, richtig einzuschätzen und angemessen damit umzugehen. Häufig benutzen wir ausschließlich das, was wir hören, als einzige Information, wir verlassen uns auf das, was wir hören. Es geht aber auch um die Körpersprache, die Stimme und den Sprechstil, es geht stets darum, den anderen Menschen als Ganzes zu betrachten und ihn verstehen zu wollen. Die Mimikresonanz steigert nachweislich die Emotionserkennungsfähigkeit und dies wirkt sich positiv auf die privaten Beziehungen und beruflichen Erfolg aus. So kann man solche Erkenntnisse eben im Coaching oder auch in der Meditation verwenden. Grundsätzlich verbessert das Training mithilfe der Mimikresonanz die Beziehungsqualität der Menschen untereinander und deshalb bot das Netzwerk Gewaltfreie Kommunikation München ein solches Training mit Ute Krämer an.

Das Netzwerk Gewaltfreie Kommunikation München lud am 17.10.2020 zum Onlineseminar „Mimikresonanz“ mit der Mimikresonanztraininerin Uta Krämer ein.

Judith Pfeiffer, Vorstand im Netzwerk Gewaltfreie Kommunikation München e. V., übernahm dankenswerter Weise die technische Leitung und sprach ein paar Grußworte.

Ute Krämer hielt zunächst einen kurzen theoretischen Vortrag über Mimikresonanz und ordnete sie ihrer wissenschaftlichen Bedeutung zu. Sie selbst ist seit 5 Jahren auch als Mimikresonanztrainerin tätig und meinte, dass die Fähigkeit, Menschen genau zu beobachten, im beruflichen Kontext oder auch privat sehr von Vorteil sein kann.

Die Mimikresonanz kann dazu beitragen, dass sich Menschen besser verstehen lernen. Während sie erste theoretische Inputs vortrug, verwendete sie sehr viel Mimik und Gestik. Sie selbst kam zur Mimikresonanz, weil Menschen ihr am Herzen liegen und sie Lust am lebenslangen Lernen hat. Sie meinte: „Auch wenn wir in der aktuellen Zeit Maske tragen, können wir an den Augen und den Lachfalten, am Kräuseln der Nase oder der Stirn sehr viel beobachten. Die Augen lachen z. B. oft mit. Wir haben nur noch nicht viel Erfahrung damit, könnten dies aber trainieren. “Warum sollte also jeder Mensch über Kenntnisse der Mimikresonanz verfügen? Was ist der persönliche Gewinn daraus?

Sie startete ihre Präsentation anhand eines Kompetenzmodells, das helfen kann, Menschen besser zu verstehen. Sie meinte: „Menschen zu verstehen ist die Währung des 21. Jahrhunderts.“ Sie forderte uns auf, wenn wir das wollen, täglich zu trainieren, uns zum Beispiel ungeschminkte Emotionen im Fernsehen, in Soaps anzuschauen und so jeden Tag `emotionsssicherer` zu werden. Sie fuhr fort, „dass durch Mimikresonanz soziale Empathie trainiert wird und dadurch die Fähigkeit und Verständnis für sich, andere Menschen und andere Kulturen wächst.“ „Wenn wir wissen, was wir lesen, dann können wir schneller reagieren, also handlungsfähig werden“, meinte die Referentin. Alle folgenden Ausführungen möchte ich nun sinngemäß wiedergeben: Schneller zu codieren, gibt uns mehr Raum und Zeit zu handeln. Der Gewinn sind größere Sicherheit und Handlungsfähigkeit, denn ich vertraue darauf, dass ich das, was ich sehe, klar zuordnen kann. Kognitive, soziale und affektive Kompetenz wächst durch die Mimikresonanz, weil wir innerlich einen Schritt zurücktreten, dadurch Zeit gewinnen und so handlungsfähiger und -kompetenter werden. In unserem eigenen Leben können wir Persönlichkeiten auch besser einschätzen, und dadurch steigt unsere Menschenkenntnis und dadurch unsere Empathiefähigkeit. Von Charles Darwin stammt der Satz, den Ute Krämer zitierte: „Die Bewegungen der Mimik enthüllen die Gedanken und Absichten eines Menschen mehr als seine Worte.“ Mimik ist die Bühne der Emotionen, und Mimik kann auf der ganzen Welt und von allen Kulturen verstanden werden, und das sind vor allem die 12 Grundemotionen. Mimik ist schneller als der Verstand, und unser limbisches System ist direkt verdrahtet mit unseren Emotionen. Wenn ich bei anderen eine Mimik wahrnehme, hat das Auswirkungen oder auch Wirkung auf mich. Wenn ich ein kleines Kind sehe, das sich freut, freue ich mich mit. Wenn ich jemand sehe, der weint, dann kann es sein, dass ich mitweine. Der Mensch ist ein soziales Wesen und reagiert auf Emotionen. Unser limbisches System reagiert, indem es Hormone ausschüttet. Es gibt 12 Grundemotionen: die Freude, Liebe, Überraschung, das Interesse, die Angst, Trauer, Scham, Schuld, Ekel, Verachtung, Ärger und Stolz. In einem praktischen Teil sollten die Teilnehmer anhand von 14 Beispielen dargestellte Emotionen ankreuzen um welche Grundemotion es sich jeweils handelte. Jeder Teilnehmer sah jeweils 500 Millisekunden eine Emotion und sollte diese zuzuordnen.

In 3 Schritten kommt man nach Ute Krämer zum Körpersprachen-Profi und zwar durch das Mimikscouting, „die Spuren der Mimik lesen“, und andere. Wer jetzt neugierig geworden ist und Genaueres wissen will, ist eingeladen, ein Seminar mit Ute Krämer zu belegen. Die Auswertung der Tests ergab, dass es noch viel zu lernen gibt.

In einem nächsten Schritt zeigte uns Ute Krämer mithilfe eines Motivkompasses, der von Dirk W. Ehlert stammt, sich selbst (besser) einzuschätzen.

Da mehrere Teilnehmer großes Interesse gezeigt hatten und die Referentin baten, einen weiteren Kurs anzubieten, wird dieser wahrscheinlich auch stattfinden.

Ich möchte mich an dieser Stelle ganz herzlich bei Ute Krämer bedanken, da ich diesen Tag als sehr kurzweilig, abwechslungs- und erkenntnisreich sowie gewinnbringend für meine Mediationsarbeit erlebt habe, und ich auch neugierig bin, wie ich die gewonnen Kenntnisse umsetzen werde. Ebenfalls möchte ich mich bei Judith Pfeiffer bedanken, die uns per Zoom während der Chatrooms unterstützte, und bei allen Teilnehmenden, die interessiert Fragen stellten, wodurch unser „Erlerntes“ gefestigt wurde.

11.-12.07.2020 | Bericht von den Online-Workshop-Tagen Juli 2020

Die 18. Workshoptage im Juli 2020 waren schon fix und fertig geplant, Flyer frisch gedruckt und die Buchung auf der Vereins-Homepage eröffnet. Tja, und dann kam Corona…

Verfasserin: Judith Pfeiffer  …

Bericht von den Online-Workshop-Tagen Juli 2020

Termin: Samstag, 11.07. – Sonntag, 12.07.2020

Zeit: Sa, 9:00 – So, 18:40 Uhr

Ort: Online über Zoom

Kosten: 16 € pro Workshop

Zusammenfassung von Judith Pfeiffer:

Von der ersten Idee…

Vorsorglich hatten wir schon Mitte März die Buchungsmöglichkeit für die geplanten Workshop-Tage vor Ort in München auf Eis gelegt und dem Veranstaltungsort schon mitgeteilt, dass wir möglicherweise absagen werden – damit wir nicht auf den Stornokosten für die Räumlichkeiten sitzen bleiben würden.

Sehr schnell kam dann der Vorschlag von einem Vorstandskollegen und mir: lasst uns es doch Online machen!

Viele, viele Fragen kamen auf – wie kann es gehen, wie könnte es aussehen?

Wollen wir Geld für die Workshops verlangen? Wir haben uns für “ja” entscheiden. Um die Verbindlichkeit der Anmeldung zu erhöhen, und weil der Verein sich und seine Förderprojekte zu einem Großteil auch von den Einnahmen aus den Workshop-Tagen finanziert.

Wollen wir verschiedene Workshops parallel anbieten oder zu einer Zeit nur einen? Solange wir mit dem Format noch keine Erfahrung haben, haben wir uns für einen Workshop zu einer Zeit entschieden.

Soll es eine Aufzeichnung geben? Die Antwort war recht schnell: Nein. Uns ist Vertraulichkeit wichtig und die meisten Workshops leben wesentlich von der Interaktion zwischen den Teilnehmer*innen und den Übungen.

Wie erfahren Menschen davon? Wie viel Aufwand stecken wir in Werbung? Für die “analogen” Workshop-Tage haben wir immer Flyer in ganz München verteilt – die anbietenden Trainer*innen haben die Flyer in ihren Seminaren ausgelegt, außerdem wurden sie in Läden verteilt. Alles dieses Jahr durch die Corona-Beschränkungen quasi nicht möglich. Um den Aufwand klein zu halten, haben wir erst mal nur über den Newsletter die Vereinsmitglieder und Teilnehmer*innen früherer Veranstaltungen, die uns ihr Einverständnis dafür erteilt hatten, angeschrieben. Wir wollten auch erst mal schauen, wie es läuft. Auf der (kleinen) Facebookseite des Vereins legten wir die Veranstaltung auch an und teilten sie in passenden Gruppen.

Am 4. April hat sich die neue Arbeitsgruppe (AG) Online-Veranstaltungen formiert. Insgesamt fünf Personen, eine davon ich, haben sich bereiterklärt, die Planung und Organisation zu übernehmen.

…zur konkreten Planung und Vorbereitung

Nach einigen ersten Treffen haben wir in der AG Online-Veranstaltungen mal rückgerechnet: ausgehend vom Veranstaltungswochenende, einer genügend langen Buchungszeit für die Teilnehmer*innen und allem was bis zum Buchungsbeginn geklärt sein musste – die Zeit wurde plötzlich gefühlt sehr knapp.

Deshalb haben wir etwas früher als ursprünglich geplant am 4. Mai die Entscheidung gefällt: Wir sagen die Veranstaltung vor Ort ab und verlagern die Workshop-Tage ins Internet. Auch wenn die Beschränkungen vermutlich weiter gelockert werden, war es nicht absehbar, wie es im Juli genau sein würde.

Es gab eine Menge Fragen zu klären und zu besprechen.

Zum Beispiel die Auswahl des Tools, über das die Workshops stattfinden sollten. Wir haben uns für Zoom entschieden. Trotz gewisser Bedenken bezüglich Datenschutz und Sicherheit – das ging ja immer mal wieder durch die Presse in den letzten Monaten. Trotzdem: wir haben kein Tool gefunden, das Ähnliches bietet in Bezug auf Verlässlichkeit und leichte Bedienung. Vor allem die Breakout-Rooms haben wir zumindest damals in keinem anderen Tool gefunden. Für Übungen in Kleingruppen, wie sie in den Workshops regelmäßig stattfinden, quasi unverzichtbar.

Hier noch ein Auszug aus den weiteren Themen:

  • E-Mails für die Teilnehmer*innen: Was soll drinstehen, wann sollen sie verschickt werden?
  • E-Mails für die Trainer*innen: Was soll drinstehen, bis wann brauchen wir welche Infos von den Trainer*innen?
  • Welche Unterstützung bieten wir als Verein an?
  • Wie können wir den Rahmen und die Atmosphäre der Vor-Ort-Workshop-Tage zumindest teilweise in ein Online-Format übertragen?
  • Wer macht bis wann was?

Insgesamt hat sich die AG Online-Veranstaltungen 14 Mal getroffen, also quasi jede Woche einmal – natürlich alles per Zoom.

Hört sich erst mal anstrengend an. War es manchmal auch. Gleichzeitig hatte ich immer viel Spaß bei den Treffen und es gab eine sehr angenehme, lockere Atmosphäre. Mehrfach bin ich müde in ein solches Treffen gestartet und war danach voller Schwung .

Workshop für Trainer*innen

Als Angebot vor allem für Trainer*innen, die noch nicht so viel Erfahrung mit Online-Formaten oder mit Zoom haben, haben wir am 22. Mai einen zweistündigen Workshop veranstaltet. Themen: Die Funktionen und Bedienung von Zoom, wie laufen die Online-Workshoptage ab und didaktische, methodische Tipps für ein Online-Format.

Hier ein paar Stichpunkte dazu:

  • Zoom – Sprecheransicht und Galerieansicht. Jemanden festpinnen oder sich selbst ausblenden
  • Zoom – alle oder einzelne stummschalten, z.B. bei Nebengeräuschen
  • Zoom – Umfragen, Breakout-Rooms, Whiteboard mit Kommentarfunktion für alle, Bildschirm teilen
  • Teilnehmer*innen können ihren Namen selbst ändern – z.B. für einen geschützteren Rahmen nur den Vornamen. Als Stimmungsbild “wie geht es dir gerade – schreib es hinter deinen Namen”
  • Methodenwechsel – besonders wichtig bei Online-Formaten, um die Aufmerksamkeit zu halten
  • Echtes Flipchart im Hintergrund beschreiben – evtl. mit zweiter Kamera
  • Cloud-Dienste für gemeinsames Arbeiten an Dokumenten, z.B. google docs
  • Bei Ankommens- oder Feedback-Runden: Teilnehmer*innen möglichst direkt ansprechen – jeder sieht eine andere Reihenfolge

Bei der Vorbereitung fand ich die „Virtual Training FAQ” von Franzi Blickle sehr hilfreich, dort gibt es viele Hinweise für Trainer*innen von Online-Trainings.

Am 9. Juni war ich noch zu Gast bei einem Online-Treffen der Projektgruppe Tag der GFK (Gewaltfreie Kommunikation). Uns hatte eine Anfrage erreicht, dass andere Netzwerke in Deutschland auch Online-Workshop-Tage planen und ob wir bereit wären, unsere Erfahrungen dort zu teilen. Ich fand es schön, dass unsere Arbeit auf Interesse stößt und habe dort gerne berichtet.

Unterstützung der Trainer*innen während der Online-Workshop-Tage

Wir haben es so organisiert, dass es für jeden einzelnen Workshop eine*n “Paten/Patin” gab, also eine Person aus der AG Online-Veranstaltungen, die den Workshop betreut hat: Meeting starten, Teilnehmer*innen begrüßen und mit der Anmeldeliste vergleichen, kurz ein paar Worte zum Verein sagen und am Ende auf die Zeit achten und den Workshop wieder beenden.

Zusätzlich haben wir angeboten, die Trainer*innen technisch zu unterstützen: Breakout-Rooms einteilen und starten zum Beispiel. Einige Trainer*innen haben dieses Angebot auch dankend angenommen, weil sie sich so entspannter auf den eigentlichen Workshop konzentrieren konnten.

Das Rahmenprogramm

Bei den üblichen Workshop-Tagen vor Ort “analog” ist eins meiner Highlights immer das, was außerhalb der Workshops stattfindet. Alte Bekannte wiedersehen, die ich vor Jahren mal in einem Seminar kennengelernt habe. Mit Menschen sprechen, die das Plakat draußen gesehen haben und einfach so reinkommen und schauen, um was es da geht. Mich mit anderen Teilnehmer*innen austauschen – über das, was wir gerade im Workshop gelernt haben oder auch einfach so.

Deshalb war es mir ein wichtiges Anliegen, zumindest einen Teil davon auch Online zu ermöglichen:

Zoom-Café

Außerhalb der Workshops konnten die Teilnehmer*innen und Trainer*innen sich online im Zoom-Café treffen und untereinander und/oder mit uns vom Verein austauschen.

GFK-Single-Treff

Ein bisschen aus einer wilden Idee heraus entstanden ist der GFK-Online-Single-Treff. Eine Möglichkeit, andere Singles zu treffen, die sich für die Gewaltfreie Kommunikation interessieren, und sich auszutauschen und kennenzulernen.

Zu zweit haben wir uns im Vorfeld überlegt, wie wir den Abend gestalten können, wie wir die Teilnehmer*innen ins Gespräch bringen können. Ein perfekter Plan! Von dem wir dann aber quasi nichts umgesetzt haben. Eine kleine und feine Runde waren wir an dem Abend, es gab einen regen Austausch über Themen, die uns einfach gerade beschäftigen. Und wir haben uns auch darüber unterhalten, wie es gelingen kann, eine*n Partner*in zu finden, der/die die eigenen Interessen teilt.

Fazit

Teilnehmerzahl: Es hätten noch deutlich mehr Menschen teilnehmen können, und gleichzeitig war es dafür, dass wir kaum Werbung gemacht, prima. Beim ersten Anlauf mit einer überschaubaren Anzahl Teilnehmer*innen zu starten, lässt einfach auch entspannt mehr Raum für‘s Ausprobieren und Erfahrung sammeln.

Mir hat es jedenfalls trotz zeitweiliger (Zoom-)Müdigkeit großen Spaß gemacht, sowohl die Vorbereitung als auch die Workshop-Tage selbst. Und mal sehen, ob und wann wir die nächsten Online-Workshoptage planen…

14.-15.02.2020 | Bericht vom Netzwerktreffen Februar 2020

Eine Veranstaltung gestaltet nach den Wünschen der Teilnehmer*innen

Das jährlich im Februar stattfindende Netzwerktreffen bietet GFK-Trainer*innen und -Multiplikator*innen eine Möglichkeit, sich im Kreis von Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und so zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Dabei haben sowohl fachliche Themen als auch persönliche Themen Raum.

Verfasserin: Andrea Pöhner  …

Bericht vom Netzwerktreffen Februar 2020

Termin: Freitag, 14.02. – Samstag, 15.02.2020

Zeit: Fr, 10:00 – Sa, 18.00 Uhr

Ort: Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1, 80809 München

Kosten: 50 € pro Tag

Zusammenfassung von Andrea Pöhner:

Das Programm, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst nach ihren Wünschen und Bedürfnissen mittels Open Space zusammengestellt haben, war auch dieses Jahr bunt und vielfältig.

Themen, zu denen die Teilnehmer*innen sich getroffen und ausgetauscht haben, waren zum Beispiel:

  • GFK in Outdoor-Seminaren
  • Energizer / Spiele
  • GFK und Impro-Theater
  • Transferübung am Seminarende
  • Erfahrungen GFK in Unternehmen
  • Aufrichtigkeit

Am Samstag hat Andreas Nörr (Rechtsanwalt) im Rahmen des Netzwerktreffens einen Vortrag zu den Themen „DSGVO, E-Privacy-Verordnung und Impressum für Trainer*innen“ gehalten. Ich habe dabei einiges über Datenschutz gelernt. Besonders gut gefallen hat mir, dass Andreas Nörr sowohl Hintergründe und Zusammenhänge dargestellt hat (z.B. Datenschutz ist in den Artikeln 1 + 2 des Grundgesetzes implizit enthalten und wird durch die DSGVO „nur“ konkretisiert) als auch konkrete Informationen mitgegeben hat zu der Frage, was muss ich als Trainer*in tun, um die DSGVO einzuhalten. Ob seine Einschätzung „Seht ihr, das ist doch alles nicht so schwer“ jedoch von allen beim Vortrag Anwesenden geteilt wird, da bin ich mir nicht so sicher :-)

Mir hat das Netzwerktreffen gut gefallen. Es gab Situationen, die mich sehr berührt haben und in denen ich Offenheit und Vertrauen erlebt habe. Ich durfte wieder dazu lernen. Und ich habe ich Miteinander, Unterstützung, Wertschätzung und Gemeinschaft erfahren – Danke.

Das nächste Netzwerktreffen findet von Fr, 12.02. – Sa, 13.02.2021 statt. Vielleicht haben Sie Zeit und Lust zu kommen? Wir freuen uns auf Sie.

11.-12.01.2020 | Bericht von den Workshop-Tagen Januar 2020

Am 11. und 12. Januar 2020 fanden die diesjährigen GFK-Workshoptage, organisiert vom Verein  Netzwerk München e. V. im gewohnten Umfeld in Milbertshofen, München statt.

Für den kostenfreien Beitrag konnte der Vorstand dieses Mal Esther Gerdts gewinnen, die, wie ich meine, einen sehr spannenden und  kurzweiligen Vortrag über die Gewaltfreie Kommunikation und die Liebe: „Ein praktischer Wegweiser im Irrgarten von Philia, Eros und Agape“, hielt.

Bei diesem Vortrag war der Andrang der Interessent*innen groß. Über 200 Menschen waren für dieses Thema zum Teil eigens angereist, andere besuchten 2-stündige Seminare oder boten selbst welche an.

Verfasserin: Anne Anders-Bühling  …

Bericht: Workshop-Tage Januar 2020

11.–12. Januar 2020  |  Kulturhaus Milbertshofen, München  |  Zusammenfassung: Anne Anders-Bühling

Die zertifizierte GFK-Trainerin Esther Gerdts hielt beim zweitägigen Workshop einen lebendigen Vortrag über Liebe und Gewaltfreie Kommunikation (GFK). Die Teilnehmenden kamen mit unterschiedlichen Motiven: Interesse an GFK, die Suche nach Übungsgruppen oder beruflichen Perspektiven, aber auch der Wunsch nach Begegnung mit gleichgesinnten Menschen.

Esthers persönlicher Weg mit GFK

Esther Gerdts berichtete offen von ihrer eigenen Entwicklung: Trotz einer im Großen und Ganzen glücklichen Kindheit war sie innerlich voller urteilenden Denkens – gegen sich selbst und andere. Durch viele innere Empathie-Prozesse gewann sie mehr Lebensfreude, Souveränität und Leichtigkeit. Sie erlebt sich heute selbstbewusster, handlungsfähiger und wirksamer.

GFK in Beziehungen: Rollenspiele als Spiegel

Anhand von Rollenspielen mit Trainerkollege Frank Gaschler zeigte Esther den Unterschied zwischen fordernder Kommunikation und echtem Selbstausdruck. Forderungsenergie schafft keine Verbindung. Klare Beobachtungen, ehrliche Gefühle, benannte Bedürfnisse und konkrete Bitten hingegen ermöglichen Verständigung und gemeinsame Lösungen.

Drei Arten der Liebe

Philia – Freundesliebe

Die Freundesliebe umfasst Zugehörigkeit, tiefe Verbundenheit und das Gefühl, wirklich gekannt zu werden. Esther lud zur Reflexion ein: Welche Bedürfnisse erfüllen sich in tiefen Freundschaften – und welche sind es wert, bewusst gepflegt zu werden?

Eros – sinnlich-körperliche Liebe

Eros ist die erotische, anziehende Liebe – die Triebkraft von Partnerschaft und Ehe. Sie ist stark hormonell geprägt: Serotonin, Dopamin, Oxytocin und weitere Botenstoffe spielen eine zentrale Rolle.

Agape – selbstlose Liebe

Agape bezeichnet die altruistische, uneigennützige Liebe – Nächsten- und sogar Feindesliebe. Marshall B. Rosenberg nannte dieses selbstlose Geben und Empfangen ‚Joyful Giving and Receiving‘. Als eindrückliches Beispiel nannte Esther Etty Hillesum, die trotz ihrer Verfolgung im KZ echtes Mitgefühl für ihre Peiniger aufbrachte.

Ist Liebe ein Gefühl, ein Bedürfnis oder eine Handlung?

Anhand eines humorvollen Videos von Marshall B. Rosenberg mit Handpuppen (Wolf und Giraffe) wurde verdeutlicht: Liebe ist weniger ein Gefühl als ein Bedürfnis. Gefühle ändern sich von Moment zu Moment. Die Wahrscheinlichkeit, Liebe zu spüren, erhöht sich jedoch deutlich durch konkrete, mutige Bitten.

Die fünf Sprachen der Liebe (Gary Chapman)

Das Buch von Gary Chapman hilft, den eigenen Liebestyp und den des Gegenübers besser zu verstehen. Die fünf Sprachen sind:

  • Lob und Anerkennung
  • Zweisamkeit – Zeit zu zweit
  • Geschenke, die von Herzen kommen
  • Hilfsbereitschaft
  • Zärtlichkeit

Tipps für dauerhafte Partnerschaften (Dr. Hans Jellouschek)

  • Wertschätzende Kommunikation pflegen – auch das Positive regelmäßig aussprechen
  • Geben und Nehmen in Balance halten
  • Aktiv Räume für Intimität und Zärtlichkeit schaffen
  • Alltagsrituale kreieren und pflegen
  • Verletzungen wiedergutmachen und sich gegenseitig verzeihen
  • Krisen als Entwicklungschancen nutzen
  • Einen gemeinsamen Lebenssinn suchen und entwickeln

Esthers Schatzkiste: Fragen zur Selbstreflexion

  • GFK lernen und Selbstliebe praktizieren: Wie spreche ich täglich mit mir selbst?
  • Welche mutigen Bitten stelle ich, um Liebe in mein Leben einzuladen?
  • Wann denke ich ‚ich muss‘ oder ‚ich sollte‘ – und gibt es Alternativen?
  • Kann ich mich annehmen, so wie ich bin? Was hindert mich daran?

Ein lebendiger, humorvoller und nachdenklich stimmender Vortrag – herzlichen Dank an Esther Gerdts für das Teilen ihrer Gedanken und persönlichen Erfahrungen.

04.01.2020 | Bericht vom Thementag im Januar 2020

Themen, die uns im Verein bewegen

Bei diesem Arbeitstreffen war der gesamte Vorstand anwesend, sowie Interessierte, insgesamt 8 Personen, die zunächst auf Basis einer Vorlage eines Vorstandmitgliedes die Reihenfolge und Interessenslage des Vereins und der zu behandelten Themen festlegten.

Verfasserin: Anne Anders-Bühling  …

Bericht vom Thementag im Januar 2020

Termin: Samstag, 04.01.2020

Zeit: 11:00 – 18:00 Uhr

Zusammenfassung von Anne Anders-Bühling:

Dabei standen die kommenden Workshop-Tage im Kulturhaus von Milbertshofen auf der Agenda, sowie anstehende Termine und Veranstaltungen für Mitglieder und Interessierte des Netzwerks Gewaltfreie Kommunikation München e. V. Die genauen Termine sind aus dem Protokoll des Vereins zu entnehmen. Der Bericht wurde nach den Workshop-Tagen im Januar angefertigt. Diese wurden von einem breiten Publikum besucht und fanden am 11. und 12. Januar in München statt.

Eingehend und anschaulich mit Hilfe von Flipcharts wurden folgende weitere Themen behandelt, z. B. die jährliche Mitgliederversammlung, die am 9. Mai 2020 im Alten- und Servicezentrum Maxvorstadt stattfindet. Der Verein freut sich über ein zahlreiches Erscheinen der Mitglieder, weil ihm die Vielfalt der Menschen, Meinungen und Sichtweisen eine Herzensangelegenheit ist. Thematisiert wurde auch, wie der Verein auf nicht erreichbare Mitglieder reagieren soll und welche Möglichkeiten er ausschöpfen kann, um diese zu erreichen. Dem Verein ist hier wichtig, den gesetzlichen Anforderungen an die korrekte Einladung zur Mitgliederversammlung gerecht zu werden. Zahlt ein Mitglied, die Einladung zur Mitgliederversammlung kann aber nicht zugestellt werden, auch wenn alle Wege zur Adressermittlung ausgeschöpft sind und diese auch Geld kosten, muss der Verein nach Satzung einen Ausschluss erwirken. Auch nicht erreichbare Mitglieder, die nicht zahlen, werden nach den Vorgaben der Satzung vom Verein ausgeschlossen. Der Verein hat zum Ziel, vor dem Versand der Einladungen zur Mitgliederversammlung nur erreichbare Mitglieder im Verein zu belassen. Falls notwendig, wird der Vorstand informiert, um Ausschlüsse zu erwirken. Der Verein bedauert dieses Vorgehen und gleichzeitig ist dieses Verfahren auch aufwendig, bittet aber um Verständnis so vorzugehen, um satzungsgemäß zur Mitgliederversammlung einladen zu können.

Das jährliche Netzwerktreffen steht wieder im Februar 2020 an und Interessierte können sich auch noch kurzfristig anmelden.

Eine Veränderung ergab sich bereits im Vorstand, so wurde berichtet, da ein Vorstandsmitglied im Dezember ausschied.

Die 2. Workshop-Tage im Juli 2020 stehen an und „first come – first serve“ wird ausnahmslos für die Festlegung des Vergabeverfahrens für Trainer angewendet. Dies gilt ab Juli 2020, da dem Verein Transparenz, Klarheit und Gleichwertigkeit wichtig sind. Die Vorankündigung der Workshop-Abfrage wird ca. 4 Wochen vor der eigentlichen Abfrage verschickt – nach Möglichkeit gleich mit dem Über-Thema und dem Vortragstitel. Welches sind die Anforderungen an die Workshop-Qualität? Der Verein möchte einen klaren Bezug zur GFK, dies wird in der Bitte um Abgabe der Angebote auch kommuniziert. Mehrteilige Angebote werden ab Sommer 2020 aus Gründen der Gleichwertigkeit und Vielfalt nicht mehr ins Programm aufgenommen.

Der Verein möchte nunmehr zukünftig 2 Tagesveranstaltungen pro Jahr zu GFK-nahen Spezialthemen anbieten. Für den Herbst 2020 plant der gemeinnützige Verein „Restorative Circles“, Mimikresonanz, „Council“ oder den Dyadenprozess, nach Robert Gonzales, einem Wegbegleiter von M. B. Rosenberg. Die Veranstaltungstermine sollen nach Vorstellung der Anwesenden von Mitte Oktober bis Mitte November 2020 und im April oder Mai 2021 jeweils im EineWeltHaus, eventuell mit Essensangebot stattfinden. Bis zur Februar-Vorstandssitzung werden alle notwendigen Informationen eingeholt.

Die Themen waren so vielfältig, dass schnell klar wurde, dass ein neuer Thementag notwendig werden würde. Dieser findet am 21.03.2020 erneut in München statt. Interessenten sind herzlich eingeladen und willkommen und werden gebeten, sich über kontakt@gewaltfrei-muenchen.de anzumelden.

05.10.2019 | Bericht vom Seminar Clean Language Oktober 2019

Bereits zum zweiten Mal bot Doris Leibold einen eintägigen Workshop zum Thema „Clean Language“ im Rahmen der Veranstaltungen des Münchner Netzwerks für Gewaltfreie Kommunikation an. Wie im Jahr zuvor, war er mit 21 Teilnehmer*innen komplett ausgebucht. Die Behauptung, dass fast niemand der Teilnehmer*innen mit „Clean Language“ bislang je in Berührung kam, ist nicht einmal gewagt. Außer einigen wenigen, die den ersten Workshop im Vorjahr bereits erlebt hatten, war den meisten von uns die Materie völlig neu. „Clean Language“ ist eine Fragetechnik, die in Deutschland gar nicht oder nur kaum bekannt ist. Ohne jegliche Vorkenntnisse betraten wir also absolutes Neuland.

Verfasserin: Heidi Ruhbaum  …

Bericht vom Seminar Clean Language Oktober 2019

Termin: Samstag, 05.10.2019

Zeit: 9:30 – 17:00 Uhr

Ort: EineWeltHaus, Schwanthalterstraße 80 RGB, 80336 München

Kosten: 75 €

Zusammenfassung von Heidi Ruhbaum:

Doris ging es darum, erlebbar zu machen, wie sehr Metaphern unser Denken und unsere Sprache prägen, dass es möglich ist, mit wenigen Fragen unsere eigenen, inneren Bilder bewusst zu machen. Anhand von zunächst zwei Fragen, die in „Clean Language“ am häufigsten verwendet werden, konnten wir unsere eigenen Bilder oder Metaphern zu verschiedenen Themen und Fragestellungen genauer bestimmen:

„Was für eine Art von … ist …?“

„Gibt es da noch etwas über …?“

=> Das Gegenüber wiederholt immer wieder wörtlich das Gesagte.

Die Fragen werden genau in diesem Wortlaut gestellt, ohne persönliche Formulierungen zu verwenden. Dadurch wird vermieden, dass die fragende Person eigene Vorstellungen, Vermutungen oder Interpretationen einbringt und die/den Befragte*n damit von seinen ganz eigenen Wörtern, Bildern wegbringt. Es geht also darum, „cleane“ Fragen zu stellen. Genauso stellt das wörtliche Wiederholen des Gesagten sicher, dass die fragende Person keine eigenen Worte verwendet, wie das beim Spiegeln oder Paraphrasieren der Fall wäre.

Mit diesen zwei Fragen in Kombination mit einem einfachen Modell, das sich Clean-Setup nennt und von Caitlin Walker entwickelt wurde, starteten wir in den Tag:

  • „Wenn dieser Workshop so wird, wie du ihn gerne hättest, dann ist er wie was?“
  • „Damit dieser Workshop so wird, bist du wie was?“
  • „Welche Ressource oder Unterstützung brauchst du?“

Verschiedentliche andere Themen wie Fähigkeiten, Sinne, Ressourcen oder Bedürfnisse boten uns weitere Übungsgelegenheiten, innere Bilder hervorzuholen. In Zweier-, Dreier- oder Vierergruppen ging es ans Werk. Wir forschten zu folgenden Fragestellungen, die hier beispielhaft aufgezählt werden:

  • „‘Sieh, eine Brücke!“ Und was passiert bei dir, wenn ich sage ‚Sieh, eine Brücke‘“?
  • „Wenn du Musik hörst, bist du wie was?“
  • „Was passiert bei dir, wenn ich ‚Leichtigkeit‘ sage?“

Mit einer Ausgangsfrage zum Einstieg und ergänzenden Clean-Language-Fragen konnten Ressourcen geradezu modelliert werden. Vielen unter uns gingen Lichter auf, als sie erkannten, was z.B. die Ressource „Verbundenheit“ bildlich bedeutet, und mit was das zusammenhängt. Offensichtlich werden abstrakte wie konkrete Begriffe von Mensch zu Mensch unterschiedlich gesehen und erfahren. Einige von uns waren sogar erinnert an kontemplative Dyaden. Die eigene Erlebniswelt ist es, worum es geht, ohne jegliche Einflussnahme der fragenden Person. Damit hatten wir einen ersten Eindruck, inwieweit diese Technik für Therapie, Coaching oder Beratung relevant sein kann.

Doris vermittelte uns auch einiges Theorie und wies darauf hin, dass „Clean Language“ ursprünglich aus dem therapeutischen Bereich kommt. Der aus Neuseeland stammende Psychotherapeut David Grove entdeckte in den 80er Jahren, dass er große Heilungserfolge hatte, wenn er die Metaphern der Menschen wörtlich nahm. Daraus entwickelte er die Fragetechnik und Haltung der „Clean Language“: Die Aufmerksamkeit dient ausschließlich dem/der Klient*in, dem/der Neugierde und bedingungslose Akzeptanz zuteil wird.

Darüber hinaus gibt es weitere Anwendungsgebiete: Gesundheitswesen, Forschung, Teamentwicklung, Kreatives Denken und vieles mehr. „Clean Language“ wird in unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt, um Sachverhalte mittels Interviews genau zu spezifizieren. In England nutzt beispielsweise die Polizei cleane Fragen bei Zeugenvernehmungen. Die Einsatzgebiete sind so vielfältig, da sich „Clean Language“ nicht nur auf der Ebene von Metaphern und Bildern anwenden lässt, sondern sie kann auch im Bereich von Konzepten, wie Absichten, Ideen, Urteilen etc., sowie auf der Ebene der Wahrnehmung (sehen, hören, fühlen etc.) hilfreich sein.

Verbreitet hat sich die Methode bislang vor allem in England, Frankreich, Neuseeland und in den USA; auch in Deutschland gewinnt sie zunehmend an Bekanntheit. Das Potenzial im Zusammenhang mit empathischem Coaching wurde von Klaus Karstädt gesehen, der in seinem Ausbildungsprogramm der „Clean Language“ eine Einheit einräumte. Doris übernimmt in diesem Jahr schon zum zweiten Mal diese Einheit. Sie ist eine unter wenigen Menschen in Deutschland, die „Clean Language“ weitergeben.

Wir bekamen noch einige Informationen bezüglich Metaphern in unserer Sprache, wie sie in der Politik, in den Medien angewendet werden. Dieser sprachliche Aspekt hat einen großen Einfluss auf unser Denken und unsere Meinung.

Doris gab den Teilnehmer*innen ein kleines, 35 Seiten umfassendes Büchlein an die Hand, in dem sie die Inhalte des Workshops und Einiges mehr übersichtlich und ansprechend gestaltet hat. Überschrieben mit „Clean Language – der direkte Draht zu innerem Wissen“ geleitet uns diese Lektüre über den Workshop hinaus und vielleicht auch ein Stück mehr zu unserem inneren Wissen.

13.-14.07.2019 | Bericht von den Workshop-Tagen Juli 2019

Schwerpunkt: Aufrichtigkeit

Bei den GFK-Workshop-Tagen am 13. 7. 2019 und 14. 7. 2019 boten 25 Trainer und Trainerinnen im Kulturzentrum Milbertshofen, Curt-Metzger-Platz 1, 80809 München, Workshops zu dem Thema „Aufrichtigkeit“ an, so u.a. Andi Schmidbauer: „Die Mut-mach-Übung- den Mut für schwer zu stellende Bitten finden“, Petra Porath: „Mediation: Konfliktverhalten reflektieren. Erkunden Sie mit mir, was Aufrichtigkeit in Konflikten bewirkt“, Doris Leibold: „Aufrichtigkeit ist … wie was? Clean Language“.

Verfasserin: Anne Anders-Bühling  …

Bericht von den Workshop-Tagen Juli 2019

Termin: Samstag, 13.07. – Sonntag, 14.07.2019

Zeit: Sa, 10:00 – So, 18.00 Uhr

Ort: Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1, 80809 München

Kosten: 20,00 € pro Workshop

Zusammenfassung von Anne Anders-Bühling (gekürzt):

Andi Schmidbauer – GFK-Workshop-Tage, München – kostenfreier Vortrag „Aufrichigkeit“

Rahmen und Referent

Andi Schmidbauer – GFK-Trainer, Mediator und Coach sowie Mitgründer des Fachverbands GFK (2010) – hielt den kostenfreien Vortrag vor 68 Zuhörenden. Er berichtete, wie er über die GFK vom IT-Projektmanager zum Trainer wurde, und betonte: „Die Leute haben den Eindruck, sie werden verstanden.“

Warum fällt Aufrichtigkeit schwer?

Viele Menschen scheuen Aufrichtigkeit aus Angst vor Ablehnung, Konflikt oder sozialem Ausschluss. Typische Aussagen aus dem Publikum: „Ich möchte gerade keinen Stress“ oder „Ich weiß nicht, wie ich es sagen soll.“ Aufrichtig zu sein erfordert Mut und das Bewusstsein, Verantwortung für die eigenen Bedürfnisse zu übernehmen – genauso wie für die des Gegenübers.

Aufrichtigkeit versus Notlüge

Die Notlüge hat in unserer Gesellschaft eine lange Geschichte und diente einst dem Überleben (sozialer Ausschluss bedeutete früher den Tod). Heute zeigen Studien mit über 44.000 Probanden, dass Menschen regelmäßig lügen – meist um ihr Gesicht zu wahren. Schmidbauer schilderte ein persönliches Beispiel: Eine spontane Notlüge gegenüber einer Kollegin machte ihm bewusst, dass sie „ein tragischer Ausdruck eines ungefüllten Bedürfnisses“ ist.

Gesellschaft, Urteile und Fehlerkultur

Unsere Gesellschaft denkt dualistisch: gut oder schlecht, richtig oder falsch. Fehler werden sanktioniert statt als Lernchance betrachtet. Dieses Muster wird von Generation zu Generation weitergegeben. GFK bietet einen Ausweg aus dieser moralisierenden Spirale: „Du bist okay und ich bin okay.“

Die Sprache der Bedürfnisse als Schlüssel

Der Mensch ist ein soziales Wesen mit einem „Kooperationsgen“ (Gerald Hüther). Alle Menschen teilen universelle Bedürfnisse – nach Anerkennung, Sicherheit, Autonomie oder Respekt. Wer die Sprache der Bedürfnisse spricht, schafft Verständnis: Nicht-Aufrichtigkeit schützt Harmonie und Ruhe; Aufrichtigkeit fördert Selbstbestimmung und Wachstum. Jede Handlung zielt darauf ab, Bedürfnisse zu erfüllen.

Aufrichtigkeit – so gelingt es

Aufrichtigkeit ist, so ein Zitat von W. S. Maugham, „de verwegenste Form der Tapferkeit.“ Praktisch heißt das: mit Mitgefühl, Geduld und Mut schrittweise üben – ohne Perfektion anzustreben. Die 4 Schritte der GFK helfen dabei, Aufrichtiges so auszudrücken, dass es beim Gegenüber ankommt. Ein abschließendes Rollenspiel mit einer Teilnehmerin veranschaulichte dies eindrücklich.

04.05.2019 | Bericht von der Mitgliederversammlung 2019

Reger Austausch, Überraschungen und ein neuer Vorstand

Frischer Wind auf der Mitgliederversammlung: Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung waren 1/3 der Anwesenden Mitglieder, die das erste Mal an einer Mitgliederversammlung des Netzwerkes Gewaltfreie Kommunikation München e.V. teilgenommen haben.

Verfasserin: Andrea Pöhner …

Bericht von der Mitgliederversammlung 2019

Termin: Samstag, 04.05.2019

Zeit: 10:00 – 16.00 Uhr

Ort: Alten- und Service-Zentrum Maxvorstadt, Gabelsbergerstraße 55 a, 80333 München

Zusammenfassung von Andrea Pöhner:

Das Interesse an den Themen des Vereins war groß, was zu einem regen Austausch über die Vereinsthemen geführt hat. Ich habe mich sehr darüber gefreut, da in den Diskussionen neue Aspekte und Anregungen aufgetreten sind, wodurch wir uns in der Vereinsarbeit weiter entwickeln.

Für mich überraschend hat sich auf der Mitgliederversammlung spontan eine Gruppe von fünf Personen gefunden, die Lust haben, sich um das Thema „Öffentlichkeitsarbeit“ zu kümmern. Ich erlebe dadurch Unterstützung und Miteinander.

Dieses Jahr wurde der Vorstand neu gewählt (alle zwei Jahre). Wir haben fünf Vorstände gewählt, womit der Vorstand vollständig besetzt ist. Die alten und neuen Vorstände sind:

  • Désirée Mumelter
  • Jens Oßwald
  • Judith Pfeiffer
  • Andrea Pöhner
  • Anne-Kristin Sturm

Dass wir nun zu fünft im Vorstand plus Kassenwart (Andreas Nörr) sind, begeistert und erleichtert mich. Das bedeutet für mich Entlastung und die Möglichkeit, an mehr Themen für den Verein zu arbeiten, als das zu zweit möglich ist.

Ich freue mich auf die nächsten zwei Jahre im Verein und bin gespannt, was sich alles tun wird.

08.-09.02.2019 | Bericht vom Netzwerktreffen 2019

Netzwerktreffen mit angepasstem Konzept

Zwei intensive Tage Zeit und Raum, um sich über Themen, die GFK-Trainer*innen und GFK-Multiplikator*innen beschäftigen, auszutauschen

Verfasserin: Andrea Pöhner  …

Bericht vom Netzwerktreffen 2019

Termin: Freitag, 08.02. – Samstag, 09.02.2019

Zeit: Fr, 10:00 – Sa, 18.00 Uhr

Ort: Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1, 80809 München

Kosten: 50,00 € pro Tag

Zusammenfassung von Andrea Pöhner:

Das Programm war wieder ausgesprochen vielseitig, so dass sowohl für erfahrene als auch für neue Trainer*innen etwas dabei war, z.B.

  • 6-Stühle-Modell
  • Lieblings-Energizer
  • Antworten für neue „junge“ Trainer*innen
  • Das mitfühlende Selbst
  • Austausch Thema Wettbewerb unter Trainer*innen
  • Mediation mit Kindern
  • Wie können Teilnehmer*innen mit ihren Gefühlen in Kontakt gebracht werden, wenn sie sagen „Ich fühle nichts“
  • GFK-Impro ausprobieren

Auf Basis unserer Erfahrungen mit den Netzwerktreffen der letzten Jahre und einer Umfrage bei den Teilnehmer*innen der letzten Jahre hatten wir das Konzept für das diesjährige Netzwerktreffen angepasst:

  • Wir haben das Netzwerktreffen von drei auf zwei Tage verkürzt, da der Sonntag in den letzten Jahren nur noch schwach besucht war. Hierbei ging es uns um den sinnvollen Umgang mit Zeit, Energie und Geld.
  • Um dennoch ausreichend Zeitfenster für alle Anliegen zur Verfügung zu stellen, wurde der Ablauf am Freitag und am Samstag gestrafft.
  • Bei Open Space wissen die Teilnehmer*innen nicht, welche Themen zum Tragen kommen. Aus diesem Grund haben wir ein Thema bereits vorab als festen Agendapunkt angekündigt. Herzlichen Dank an Frank Gaschler, der sich bereits im Vorfeld bereit erklärt hat, einen Workshop zu „Mediation mit Kindern“ durchzuführen.
  • Um kostendeckend zu arbeiten, wurde der Teilnahme-Beitrag von 25 € pro Tag auf 50 € pro Tag erhöht.

Und wie war es nun mit dem angepassten Konzept? Sowohl am Freitag als auch am Samstag waren ähnlich wie letztes Jahr jeweils ca. 40 Teilnehmer*innen da. Die Stimmung wurde durch die Verkürzung auf zwei Tage als spürbar konzentrierter erlebt als in den letzten Jahren. Der Tagespreis war für manche Teilnehmer*innen höher, als ihnen lieb war. Nach der Abrechnung des diesjährigen Netzwerktreffens werden wir den Tagespreis neu für das nächste Jahr kalkulieren.

Besonders gefreut haben wir uns über neue Trainer*innen, die dieses Jahr das erste Mal dabei waren. Von mehreren kam die Rückmeldung, dass sie sich willkommen geheißen und sehr wohl gefühlt haben.

12.-13.01.2019 | Bericht von den Workshop-Tagen Januar 2019

Schwerpunkt: Sprich dich gesund!

Das Motto der 15. Workshop-Tage, die am 12.-13.01.2019 stattfanden, war: „Sprich dich gesund! – Mit der Macht der Sprache die Gesundheit stärken“

Verfasserin: Andrea Pöhner  …

Bericht von den Workshop-Tagen Januar 2019

Termin: Samstag, 12.01. – Sonntag, 13.01.2019

Zeit: Sa, 10:00 – So, 18.00 Uhr

Ort: Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1, 80809 München

Kosten: 20,00 € pro Workshop

Zusammenfassung von Andrea Pöhner:

31 Trainer*innen haben mit ihren insgesamt 35 Workshop-Angeboten und einem kostenfreien Vortrag für ein buntes und vielfältiges Programm gesorgt. Angeboten wurden unter anderem Workshops zu Themen wie „Einführung in die Gewaltfreie Kommunikation“, Wir waren doch ein Liebespaar? Sexualität und Nähe trotz Family-Stress“, „Freude einladen – richte deine Aufmerksamkeit auf Freude in deinem Leben, erlebe die Kraft der Mitfreude“, „Nein sagen – ein Beitrag zur Gesundheitsvorsorge“.

Den kostenfreien Vortrag „Sprich dich gesund!“ hat Dr. Karoline Bitschnau gehalten.

Die Nervosität war groß am Anfang. Die Frage, die sich Karoline Bitschnau gestellt hat, war: Kann ich den Teilnehmer*innen zu diesem Thema überhaupt noch etwas Neues erzählen? Die wissen doch eh schon alles. Es hat sich herausgestellt, dass Karoline Bitschnau uns viel Neues und Spannendes erzählen konnte.

Ich wusste schon, dass Ärger und Dauerstress nicht gesund sind. Neu war für mich, dass die körperlichen Reaktionen auf Ärger und Stress-Situationen erst mit einer Zeitverzögerung von bis zu 90 Stunden, das sind 3-4 Tage, eintreten. Zu den Symptomen gehören z.B. Veränderung im Stoffwechsel und Schwächung des Immunsystems. Diese Effekte können auch medizinisch nachgewiesen werden, z.B. über erhöhte Entzündungswerte.

Und was stärkt unsere Gesundheit? – Dankbarkeit und Freude.

Daher ist die große Frage: Wie kann ich meine Gefühle/Stimmungen zugunsten meiner Gesundheit beeinflussen? – Indem ich auf konstruktive Art spreche und denke. Worte wirken auf unseren Körper, unsere Psyche und beeinflussen unsere Beziehungen.

Wahrscheinlich denken Sie jetzt: Leichter gesagt, als getan. Unsere Art zu sprechen und zu denken wurde uns schon als Kind beigebracht, und es ist ein gutes Stück Weg, sich zu ändern.

Es gibt viele Möglichkeiten, damit anzufangen und sich auf den Weg zu machen, z.B. durch die Verwendung kleiner Worte, die eine große Kraft haben:

  • Ja, sehr gerne :-)
  • Ich gebe mein Bestes!
  • Es gibt sicher einen guten Grund.
  • Mir geht es blendend.
  • Self-fulfilling-prophecy

Oder: 90 Sekunden am Tag die Macht und Magie von Worten nützen, z.B.

  • Dankbarkeitsübung machen
  • Freude teilen (z.B. Treffen mit der Frage beginnen: Was ist in den letzten 14 Tagen gut gelaufen?)
  • Witz erzählen
  • mit unseren Organen und Körperteilen liebevoll und klar kommunizieren und uns dafür bedanken, dass sie da sind und funktionieren
  • Essen segnen
  • Anerkennung geben
  • Affirmationen wiederholen wie „Ich habe alle Zeit der Welt“

Oder:

  • Gewaltfreie Kommunikation
  • Autogenes Training
  • Mentales Training
  • … und vieles mehr …

Mit Witz und Charme hat Karoline Bitschnau immer wieder von eigenen Erlebnissen erzählt, z.B. von ihren Gesprächen mit ihrem Darm :„ ‚Danke, lieber Darm, dass das mit der Verdauung so gut klappt‘ – und dann stelle ich mir vor, dass der Darm breit grinst.“

Rückmeldungen: „Zwei Stunden gespannt zuhören und sprühend vor Begeisterung dabei sein. Das war meine Erfahrung am Samstag beim Vortrag von Frau Dr. Karoline Bitschnau.“ und „Die Freude, für mich und meine Gesundheit einfach und ohne Aufwand was Gutes tun zu können. Die Übungen habe ich sofort am nächsten Tag umgesetzt und auch gleich weiterempfohlen.“

So oder ähnlich ist es wohl vielen Teilnehmer*innen ergangen – am Schluss gab es Standing Ovations.

(Bilder entnommen aus dem Vortrag von Dr. Karoline Bitschnau)

13.10.2018 | Klein und fein

Bericht über den Klausurtag 2018: Thema „Geldsegen“

Am 13.10.2018 haben wir uns zu fünft zum diesjährigen Klausurtag getroffen. Unser Hauptthema: Wie kommen wir an Geld/Spenden, um die GFK über unsere Förderprojekte weiter bekannt zu machen und so die Welt zu bereichern?

Verfasserin: Andrea Pöhner  …

Bericht vom Klausurtag 2018

Termin: Samstag, 13.10.2018

Zeit: 11:00 – 17.30 Uhr

Ort: Wohnzimmer Andrea Pöhner

Zusammenfassung von Andrea Pöhner:

Bei unserem Austausch haben wir zwei Punkte herausgearbeitet, die unseres Erachtens Voraussetzung sind, damit Menschen bereit sind, Geld für eine gute Sache zu spenden:

Sie brauchen ein Bild im Herzen, für das es sich lohnt, Geld zu spenden.

Sie wollen wissen, welche konkreten Maßnahme(n) mit ihrer Spende umgesetzt werden, so dass das Bild, das sie im Kopf haben, Wirklichkeit wird.

Unsere nächste Überlegung war: Wie kommen wir dahin, dass diese beiden Voraussetzungen erfüllt sind? Folgendes ist uns dazu eingefallen:

Wir erarbeiten mit interessierten Vereinsmitgliedern eine bildhafte Sprache für unsere Vision, die Bilder in den Herzen der Menschen erzeugt.

Vielleicht fragen Sie sich jetzt: Warum ein Bild? Reichen Gedanken denn nicht? Die Antwort ist: Wir als Menschen denken in Bildern. Mit den Bildern in uns sind unsere Konzepte über die Welt und unsere Gefühle verknüpft.

Mit den Spenden wollen wir unter anderem den neuen Schwerpunkt des Vereins „GFK an Schulen“, den wir uns auf den Klausurtagen 2017 gegeben haben, umsetzen. Die Gelder sollen konkret dazu dienen, Förderprojekte an Schulen durchzuführen.

Und wie kommen wir jetzt an Geld? Es gibt viele Ideen, die der Umsetzung harren, sobald wir unsere Vision bebildert haben, z.B. Aufruf „Spenden statt schenken“ auf der ersten Seite unserer Website platzieren um Bußgelder, die durch Gerichte verhängt werden, bewerben

Stiftungen ansprechen, Firmen im Rahmen ihrer Kampagnen zu „Corporate Social Responsibility“ (= Unternehmerische Gesellschafts- und Sozialverantwortung) ansprechen um Erbschaften zu werben.

Wie so oft in meiner Vereinsarbeit habe ich auf dem Klausurtag die Erfüllung vieler meiner Bedürfnisse erlebt:

Ich habe die Zusammenarbeit als leicht, entspannt und gleichzeitig anregend und inspirierend erlebt, und wir hatten Spaß miteinander.

Neue, für mich spannende Prozesse wurden angestoßen (Vision bebildern, um Spenden werben), wodurch ich mich wieder ein Stück weiterentwickeln kann.

Herzlichen Dank an euch vier, die ihr dabei wart und das möglich gemacht habt :-)

Klausurtag – Was ist das? Einmal im Jahr lädt der Vorstand seine Mitglieder zu einem „Klausurwochenende“ ein. Wir als Vorstand möchten an diesen Wochenenden mit interessierten Vereinsmitgliedern in Ruhe Themen rund um den Verein besprechen. Das sind sowohl Themen aus dem operativen Alltag der Vereinsarbeit als auch die Entwicklung von Schwerpunkten für die Zukunft des Vereins.

14.-15.07.2018 | Bericht von den Workshop-Tagen Juli 2018

Schwerpunkt: Stimmige Entscheidungen treffen

Am 14. und 15. Juli 2018 fanden die diesjährigen Juli-Workshop-Tage in München statt, die vom Netzwerk Gewaltfreie Kommunikation München e.V. organisiert werden. Inhaltlicher Schwerpunkt der Workshop-Tage war das Thema „Stimmige Entscheidungen treffen“.

Verfasserin: Andrea Pöhner  …

Bericht von den Workshop-Tagen Juli 2018

Termin: Samstag, 14.07. – Sonntag, 15.07.2018

Zeit: Sa, 10:00 – So, 18.00 Uhr

Ort: Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1, 80809 München

Kosten: 20,00 € pro Workshop

Zusammenfassung von Andrea Pöhner:

Der Start war etwas holprig: Das Fahrzeug, mit dem wir am Freitag die Materialien vom Lager-zum Veranstaltungsort bringen wollten, hat gestreikt. Empathische Begleitung des Fahrzeugs hat ein erhöhtes Ruhe- und Erholungsbedürfnis ergeben. Dem haben wir Rechnung getragen und eine andere Lösung für den Transport gefunden. Am Samstag um 9 Uhr war es dann so weit: Alles war aufgebaut und die ersten Teilnehmer*innen standen an der Anmeldung, es konnte losgehen.

Angeboten wurden 34 Workshops à 2 Stunden und ein kostenfreier Vortrag von Elisabeth Sachers mit dem Titel „Von wem werden Sie entschieden? Mit Kopf und Bauch stimmige Entscheidungen treffen.“

In dem kostenfreien Vortrag habe ich Limbi, das limbische System, das von Tiki Küstenmacher „Limbi“ getauft wurde, besser kennengelernt. Limbi nimmt immer sofort Bewertungen und Einschätzungen vor, so schnell, dass wir das gar nicht auf einer bewussten Ebene wahrnehmen. Was mir neu war und mich überrascht hat, sind die Irrtümer, die Limbi dabei unterlaufen. Beispiel: Wie viele Tiere jeder Art nahm Moses mit in die Arche? Spontane Antwort: 2. Mit Verzögerung von mehreren Sekunden meldet sich dann doch mal das Großhirn: Äh, war das mit der Arche nicht Noah? Ja, doch, das war Noah und nicht Moses. Gelernt habe ich an diesem und weiteren Beispielen, dass Limbi sich öfter irrt, als ich denke, und dass bei weitem nicht immer das Großhirn zum Mitdenken eingeschalten wird, wenn Limbi keine Veranlassung dazu sieht. Ich werde in Zukunft bei spontanen Reaktionen von Limbi wachsamer sein und eine zweite Meinung einholen, indem ich aktiv mein Großhirn zusätzlich einschalte.

Doch was tun, wenn Limbi und Großhirn verschiedener Meinung sind? Beispiel: Der Kopf sagt: Ich möchte mit allen Menschen gut auskommen, und deshalb habe ich mit meiner Bekannten, die mich gefragt hat, ob wir abends mal wieder in die Kneipe miteinander gehen, für übermorgen einen Termin vereinbart. Mein Bauch (Limbi) sagt: Ich habe Bauchschmerzen bei der Vorstellung, mich mit dieser Bekannten zu treffen. Um eine für Kopf und Bauch/Limbi stimmige Entscheidung zu treffen, wende ich die GFK an: Welche Bedürfnisse erfüllen sich für mich, wenn ich mich (nicht) mit der Bekannten treffe? Nach intensiver Beschäftigung mit meinen Bedürfnissen habe ich eine für Kopf und Bauch passende Lösung gefunden: Ich gehe zu dem Treffen und spreche die Themen, die mir Bauchscherzen bereiten, offen mit GFK an.

Sowohl der kostenfreie Vortrag als auch die 34 Workshops wurden sehr gut besucht: Wir hatten 520 gebuchte Workshops, was für Juli neuer Rekord ist. Besonders haben wir uns über die 100 neuen Teilnehmer*innen, die das erste Mal auf den Workshop-Tagen waren, gefreut.

Viele der Teilnehmer*innen haben 1-2 Workshops im Voraus online gebucht und sich dann vor Ort für weitere Workshops angemeldet. Für uns heißt das, dass ihnen die besuchten Workshops und das weitere Angebot so gut gefallen haben, dass sie gerne geblieben sind, um weiter teilzunehmen.

Entsprechend fielen auch die Rückmeldungen der Teilnehmer*innen aus:

  • „Ich bin begeistert und inspiriert von dem Workshop.“
  • „Mir gefällt die Vielzahl an Trainern und Trainerinnen und die damit verbundene Vielfalt.“
  • „In dem Workshop, in dem ich gerade war, wurden zwei Coachings durchgeführt, deren Ergebnis mich sehr überrascht und berührt hat.“
  • „Ich habe wieder Neues kennengelernt => Entwicklung, juchuu ?“

Möglich gemacht haben das die 27 Trainer*innen, die mit ihrem ehrenamtlichen Engagement für Vielfalt und Lebendigkeit gesorgt haben. Herzlichen Dank, ohne euch gäbe es die Workshop-Tage nicht.

Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Veranstaltungsort. Mit dem Kulturhaus Milbertshofen haben wir einen Ort gefunden, der einen perfekten Rahmen für unsere Veranstaltungen bietet:

  • Verschiedene Räume in verschiedenen Größen
  • Technik und Trainingsmaterialien können gemietet werden
  • Barrierefreiheit
  • Gute Erreichbarkeit
  • Verpflegung mit Essen und Trinken
  • Innenhof zum entspannten draußen Sitzen
  • Hausmeisterservice an allen Tagen

Das und die Vereinsmitglieder, die uns bei der Organisation der Workshop-Tage unterstützt haben (Materialtransport, Auf- und Abbau, Betreuung der Anmeldung, Besorgung von Blumen, Schalten von Anzeigen), machen uns das Leben leicht – vielen Dank dafür, Miteinander erlebe ich da.

Die nächsten Workshop-Tage finden am 12. und 13. Januar 2019 statt, Schwerpunkt wird „Gesundheit“ sein. Ich freue mich darauf. Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie Zeit und Lust zu kommen? Es lohnt sich.

05.05.2018 | Bericht von der Mitgliederversammlung 2018

Im letzten Jahr hat sich viel getan

Die Stimmung auf der Mitgliederversammlung, die im Alten- und Servicezentrum in der Gabelsberger Straße in der Nähe des Königsplatzes stattfand, war entspannt und bot viel Platz zum Austausch.

Stefan hat uns als Moderator durch die Mitgliederversammlung geführt, Gudrun Haas schreibt das Protokoll. Ich erlebe dadurch Miteinander und Unterstützung. Dafür möchte ich euch beiden herzlich danken :-)

Vorstandsbericht

Verfasserin: Andrea Pöhner

09.-11.02.2018 | Bericht vom Netzwerktreffen 2018

Raum für alle Themen, die die TeilnehmerInnen bewegen

Das Netzwerktreffen dient der Vernetzung, der Begegnung und dem Austausch und wendet sich an alle, die Gewaltfreie Kommunikation aktiv weitergeben und verbreiten wollen.

Verfasserin: Andrea Pöhner  …

Bericht vom Netzwerktreffen 2018

Termin: Freitag, 09.02. – Sonntag, 11.02.2018

Zeit: Fr, 10:00 – So, 15.30 Uhr

Ort: Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1, 80809 München

Kosten: 25,00 € pro Tag

Zusammenfassung von Andrea Pöhner:

Vom 09.-11.02.2018 hat das diesjährige Netzwerktreffen in München mit ca. 70 TeilnehmerInnen stattgefunden. Die TeilnehmerInnen kamen aus allen Teilen der Bundesrepublik Deutschland einschließlich Hamburg sowie aus Österreich und der Schweiz.

Das Netzwerktreffen dient der Vernetzung, der Begegnung und dem Austausch und wendet sich an alle, die Gewaltfreie Kommunikation aktiv weitergeben und verbreiten wollen. Dazu gehören

  • GFK-TrainerInnen,
  • Menschen, die auf dem Weg sind, GFK-TrainerInnen zu werden, und
  • Menschen, die MultiplikatorInnen sind und die GFK anwenden möchten wie z.B. LehrerInnen.

Menschen, die sich bereits ein paar Jahre mit GFK beschäftigen, können sich beim Netzwerktreffen vertieft zu speziellen Themen, die sie interessieren, austauschen.

Das Netzwerktreffen bietet Raum für alle Themen, die die TeilnehmerInnen bewegen. Das Programm für die drei Tage wird von den TeilnehmerInnen selbst vor Ort zusammengestellt, als Methode kommt dabei Open Space zum Einsatz. Jeden Morgen wurden die Themen, die gerade bei den TeilnehmerInnen lebendig waren, gesammelt und dann in Zeitfenster und Räume verteilt. So entstand mit 18 Themen ein vielfältiges Angebot, das vollständig an den Bedürfnissen der TeilnehmerInnen ausgerichtet war.

Themen waren unter anderem:

  • GFK und Glaubenssatzarbeit
  • Unternehmen: Wie Seminare anbieten – GFK ist drin, steht aber nicht drauf
  • Erfahrungsaustausch zu GFK für Paare
  • Austausch über Webinare und/oder Online-Seminare
  • GFK und Achtsamkeit
  • Geld: Welcher Preis ist stimmig für Unternehmen / Institutionen / Einzelpersonen
  • Das Menschenbild der Gewaltfreien Kommunikation in der Pädagogik
  • GFK-Übungen mit Körper
  • Übungsgruppen-Übungen

Wenn ich nach einer solchen Veranstaltung Rückmeldungen wie „ich bin bereichert und sehr erfüllt nach Hause gefahren“, „froh und dankbar über Austausch, Neues lernen“, „ich hatte tiefe Begegnungen, die mich erfüllt haben“ lese und höre, bin ich berührt, weil ich Kontakt, Verbindung und Sinnhaftigkeit in meinem Engagement für die Netzwerktreffen erlebe.

Das Münchner Netzwerktreffen findet jährlich am zweiten Wochenende statt und wird vom Netzwerk Gewaltfreie Kommunikation München e.V. organisiert.

Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Netzwerktreffen vom 08.-10. Februar 2019 mit all seiner Fülle und Vielfalt. Sind Sie auch dabei?

13.-14.01.2018 | Bericht von den Workshop-Tagen Januar 2018

Schwerpunkt: Peace Please! Alle unter einem Himmel – Beitragen zum Frieden

An die 30 Trainerinnen und Trainer aus dem Verein gestalten die zwei Tage mit 36 jeweils zweistündigen, verschiedenen Workshops. Die Interessierten haben – wie wir meinen – viele Wahlmöglichkeiten von einem bis zu sechs Workshops. Ein paar der Themen waren im Januar 2018: „Selbstbewusster und achtsamer Umgang mit Beschwerden, Kritik und Vorwürfen“ (von Elisabeth Sachers) oder „Empathiewerkstatt“ (von Julia Ott) oder „Blitzeinführung in die GFK Teil 1“ (von Alexio Schulze-Castro).

Verfasserin: Gudrun Haas  …

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Bericht von den Workshop-Tagen im Januar 2018

Schwerpunkt: Peace Please! Alle unter einem Himmel – Beitragen zum Frieden

Termin: Samstag, 13.01. – Sonntag, 14.01.2018

Zeit: 10.00 – 18.00 Uhr

Ort: Kulturhaus Milbertshofen, Curt-Mezger-Platz 1, 80809 München

Kosten: 20,00 € pro Workshop

Verfasserin Gudrun Haas:

Die Kernkompetenz unseres Vereins verwirklichen wir mit verschiedenen Veranstaltungen für die externe und interne Öffentlichkeit. Die GFK-Workshop-Tage gehören zu den Veranstaltungen für die externe Öffentlichkeit. Sie finden turnusmäßig jedes zweite Wochenende im Januar und jedes zweite Wochenende im Juli statt. Am 13./14.1.2018 nun schon zum dreizehnten Mal. Die Einnahmen aus den Workshop-Tagen sind die finanzielle Stütze des Vereins.

An die 30 Trainerinnen und Trainer aus dem Verein gestalten die zwei Tage mit 36 jeweils zweistündigen, verschiedenen Workshops. Die Interessierten haben – wie wir meinen – viele Wahlmöglichkeiten von einem bis zu sechs Workshops. Ein paar der Themen waren im Januar 2018: „Selbstbewusster und achtsamer Umgang mit Beschwerden, Kritik und Vorwürfen“ (von Elisabeth Sachers) oder „Empathiewerkstatt“ (von Julia Ott) oder „Blitzeinführung in die GFK Teil 1“ (von Alexio Schulze-Castro).

Am Samstag zur zweiten Workshopzeit boten wir jetzt schon zum sechsten Mal einen kostenfreien Vortrag für die Öffentlichkeit an. Diesmal im Januar 2018 mit dem Schwerpunkt „Peace please! Alle unter einem Himmel – Beitragen zum Frieden“. Gudrun Haas befasste sich in ihrem Vortrag damit, welchen Einfluss die Gewaltfreie Kommunikation für Friedensförderung über den persönlichen Bezug hinaus in Gesellschaft und Politik hat. Berichte und Theorie wechselten sich mit Übungen zur Selbsterfahrung und –Reflexion ab. Es waren ungefähr 80 Zuhörende gekommen.

Um die 500 gebuchten Workshops bedeuteten im Januar 2018 circa 200 Teilnehmende plus etwa 50 weitere, die an dem öffentlichen Vortrag ohne Registrierung teilnahmen. Wir haben festgestellt, dass die Workshop-Tage im Januar traditionell besser besucht sind als die Workshop-Tage im Juli.

Alle Tätigkeiten für die Workshop-Tage werden ehrenamtlich geleistet. Ob es sich um die Trainerinnen und Trainer handelt oder um das Orgateam. Die Balance von Geben und Nehmen findet statt, wenn wir merken, dass unser Angebot gerne angenommen wird und wir die Freundschaft und Wärme untereinander beim gemeinsamen Tun genießen.

11.11.2017 | Mein erstes Mal

Bericht zu den Klausurtagen 2017: GFK in Schulen als neuer Schwerpunkt

Nachdem ich schon seit ein paar Jahren Mitglied des Vereins bin und seit ein paar Monaten Mitglied der AG IT,, war ich nun zum ersten Mal bei einer Klausurtagung des Netzwerks Gewaltfreie Kommunikation München e.V. dabei.

Verfasser: Andreas Nörr  …

Mein erstes Mal

Bericht von den Klausurtagen 11.11.2017: GFK in Schulen als neuer Schwerpunkt

Verfasser Andreas Nörr:

Nachdem ich schon seit ein paar Jahren Mitglied des Vereins bin und seit ein paar Monaten Mitglied der AG IT,, war ich nun zum ersten Mal bei einer Klausurtagung des Netzwerks Gewaltfreie Kommunikation München e.V. dabei.

Zehn Personen kamen am Samstagmittag in einem Seminarhaus in Utting am Ammersee über das Wochenende zusammen – zehn Menschen, denen die GFK am Herzen liegt und das merkte man auch im persönlichen Umgang: Empathie, Achtsamkeit und Herzlichkeit begleiteten uns zwei Tage lang bei der Diskussion der Themen des Vereins für die nächsten Jahre. Dabei waren sowohl Vorstandsmitglieder als auch Mitglieder der Arbeitsgruppen bis hin zu einfachen Mitgliedern. Die Themen wurden zunächst von allen Teilnehmern im Rahmen eines Brainstormings gesammelt, sortiert und anschließend abgearbeitet. Dabei zeigte sich, dass die Klausurtage  eine ideale Form darstellen, um Ideen und Konzepte zu entwickeln und wie wichtig es ist, dass Teilnehmer mit unterschiedlichem Hintergrund – persönlich, beruflich und vereinsintern – dabei sind. Auf diese Weise konnte jeder seinen persönlichen Hintergrund und seine Ideen einbringen. Die Themen reichten von der neuen Website, über geplante Veranstaltungen bis hin zu der internen Organisation und der strategischen Ausrichtung der Vereinsarbeit. Dabei wurde ein Konzept entwickelt, wie es ganz im Sinne von Marshall Rosenberg gewesen wäre: Ein Schwerpunkt der Arbeit des Vereins der nächsten Jahre soll es sein, die GFK bereits früh in Schulen an Kinder und Jugendliche zu vermitteln. Kinder und Jugendliche sind die Zukunft unserer Gesellschaft und sollen als solche früh einen respektvollen, an Bedürfnissen orientierten Umgang erlernen. Die Teilnehmer der Klausurtage entwickelten verschiedene Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels, von einfachen Informationen über GFK in Schulen auf der Vereinswebsite bis hin zur Ausbildung von Lehrern in der GFK und der direkten Ausbildung der Schüler in der Klasse.

Auch das Feiern soll im Vereinsleben nicht zu kurz kommen: So ist für das nächste Jahr ein großes Sommerfest geplant, das alle GFK-Interessierte und GFK-Begeisterte zusammenbringen soll, ganz im Sinne von Isolde Teschner, die ihre Sommerfeste immer für alle geöffnet hatte.

Neben der inhaltlichen Arbeit gab es im Rahmen der Klausurtage auch Zeit für persönliche Gespräche und den inhaltlichen Austausch bei gemeinsamen Essen und Pausen.

Zum Abschluss einen großen Dank an die beiden Vorstände Désirée Mumelter und Andrea Pöhner für ihre hervorragende Arbeit im letzten Jahr, die perfekte Vorbereitung und die professionelle Moderation der Klausurtage sowie an all die Teilnehmer der Klausurtage für den achtsamen, menschlichen und herzlichen Umgang und Austausch.

Ich bin sehr gerne das nächste Jahr wieder dabei.

09.09.2017 | Entwicklung dialogischer Intelligenz

Der Dialogprozess nach David Bohm, Martin Buber und anderen

Inhalte:

  • Erinnerung an die Kernfähigkeiten und Rahmenbedingungen eines gelungenen Dialogprozesses
  • Weiterentwicklung der Kernkompetenzen wie Wahrnehmen und Suspendieren, generatives Zuhören, von Herzen sprechen, Verlangsamen
  • Entwicklung einer „personal mastery“ – den Dialogprozess und sich selbst besser kennen lernen

Eine Zusammenfassung von Julia Ott  …

Entwicklung dialogischer Intelligenz

Der Dialogprozess nach David Bohm, Martin Buber und anderen

Inhalte:

  • Erinnerung an die Kernfähigkeiten und Rahmenbedingungen eines gelungenen Dialogprozesses
  • Weiterentwicklung der Kernkompetenzen wie Wahrnehmen und Suspendieren, generatives Zuhören, von Herzen sprechen, Verlangsamen
  • Entwicklung einer „personal mastery“ – den Dialogprozess und sich selbst besser kennen lernen

Leitung: Frau Gertraud Neumann-Ilsen (Dialogprozess-Begleiterin)

Termin: Samstag, 09. September 2017

Zeit: 10:00 – 17:00 Uhr

Ort: EineWeltHaus München – Nähe Hauptbahnhof, Schwanthalerstr. 80, 80336 München, Raum 211/212

EineWeltHaus Cafe – Getränke und schmackhafte Gerichte

Kosten: 45,00 €

Zusammenfassung des Tages von Julia Ott:

„Wenn ihr glaubt, ich hätte etwas Tiefsinniges enthüllt, bitte ich um Verzeihung; falls Ihr glaubt, dies sei eine Menge Unsinn, erfreut Euch daran!“  Drukpa Künleg

Mit diesem Zitat beendet Frau Gertraud Neumann-Ilsen den zweiten Workshop zum Dialogprozess beim Netzwerk GFK München e.V. am 09.09.2017.

Der Dialogprozess nach David Bohm und Martin Buber ist definitiv eine tiefsinnige Methode um in einen echten Dia-log zu treten. Martin Buber ist der Meinung, dass „viele Be-gegnungen Ver-gegungen sind“. Hier und in einigen Bestandteilen des Dialogprozesses erkenne ich Ähnlichkeiten mit der Gewaltfreien Kommunikation und erinnere mich an Marshall Rosenbergs Worte: „Die Qualität der Verbindung ist das Ziel“. Für Gertraud Neumann-Ilsen ist der Dialogprozess ihr Beitrag, auf der Welt etwas zu verändern. Vielleicht war es auch das, was Isolde Teschner so an dem Dialogprozess begeisterte. Dank ihrer Begeisterung hatten wir bereits im September 2016, gemeinsam mit ihr, den ersten Workshop mit Dialogrunden.

Martin Buber, der jüdische Religionsphilosoph und „Vater“ des Dialogs (1878 – 1965) befasste sich in seiner Arbeit intensiv mit zwischenmenschlichen Beziehungen, den Möglichkeiten des Gesprächs, der Begegnung zwischen „Ich und Du“, wie eines seiner Buchtitel lautet. Er stellt den Ver-gegnungen oberflächlicher Unterhaltungen die Be-gegnung eines echten Dialogs gegenüber, in dem sich Menschen vom „Scheinenwollen“ frei machen, denn echte Begegnung geschieht, wenn man frei vom „Scheinenwollen“ ist.

Kernideen

Festgefahrene Muster verlassen, gemeinsam die Möglichkeiten des Denkens erweitern, Platz für neues Denken und Fühlen schaffen, das sind die Kernideen des Dialogprozesses. Dabei unterstützen im Dialog folgende Fragen:

  • Wie können wir uns selbst und anderen besser zuhören?
  • Wie können wir eigene und fremde Meinungen besser verstehen?
  • Wie können wir unserem eigenen Denken, unseren Reaktionen, Verhaltensmustern und Vorurteilen auf die Spur kommen?
  • Wie können Gespräche zu kreativen Lösungen führen?
  • Ist es möglich, neue Wege des Denkens zu entwickeln?

Begleiter im Prozess

Eine Person begleitet die Runde, ohne Moderatorin oder Leiterin zu sein. Aufgabe ist es, Vertrauen in der Gruppe zu schaffen, Raum für Unterschiedlichkeiten, denn alles was gesagt wird darf sein. Es gibt kein richtig oder falsch.

Wie läuft eine Dialogrunde ab?

Die Teilnehmenden sitzen in einer Runde. In der Mitte findet sich ein Redestein und eine Klangschale. Will jemand sprechen, holt er sich von der Mitte den Stein, setzt sich wieder hin und spricht. Alle anderen üben sich im Zuhören im Sinne eines „miteinander Hörens“. Nach dem Beitrag wird der Stein wieder in die Mitte gelegt.

Möchte jemand eine Pause, um das Gesagte nachklingen zu lassen, schlägt er die Klangschale. Die Pause dauert an, bis der Ton verklungen ist. Beide Hilfsmittel dienen der Verlangsamung des Prozesses.

Haltung im Prozess

Gertraud Neumann-Ilsen schlägt vor, folgendes auszuprobieren, um während des Prozesses in einer offenen, wertschätzenden Haltung zu bleiben und sich selbst liebevoll zu beobachten:

  • Höre zu.
  • Sprich von Herzen und fasse dich kurz.
  • Sprich aus dem Moment heraus und überlege dir nicht bereits vorher, was du sagen willst.
  • Mit Neugierde, nicht mit Kritik zuhören.
  • Beobachte dich selbst:

Wie entstehen Bewertungen?

  • Wie entstehen Urteile?
  • Was bringt dich ins Schwingen?
  • Wo spürst du Widerstand?

Generell gilt: Die Beiträge der Teilnehmenden bauen, anders, wie wir es in unserer Gesprächskultur gewohnt sind, nicht (zwangsläufig) aufeinander auf.

David Bohm wurde 1917 geboren und wuchs als Sohn eines Holzhändlers im jüdischen Viertel der Minenstadt Wilkes-Barre in Pennsylvania auf. Bohm unterscheidet zwischen Gesprächen, in denen lediglich Gedachtes ausgetauscht wird  und Dialogen, in denen tatsächlich neues Denken entstehen kann („Thought“ and „Thinking“).

Zwei Arten von Dialogrunden

Themenbezogen

Hier wird zu Beginn ein bestimmtes Thema festgelegt. Themenbezogene Dialogrunden werden eingesetzt z.B. bei Konflikten oder zur Lösung von Problemen.

Generativ (aus dem Lateinischen: generare = generieren = etwas erzeugen)

Hier ist das Thema völlig offen. Das heißt jeder spricht zu seinem Wunschthema oder was ihn gerade bewegt.

5 zentrale Kernfähigkeiten

Für die Entwicklung dialogischer Intelligenz bedarf es Fähigkeiten. Johannes F. & Martina Hatkemeyer sprechen im Buch „Die Kunst des Dialogs“ von zehn Kernfähigkeit. Die ersten fünf davon sind zentral:

Lernende Haltung

Grundlage für den Dialog ist eine innere offene Haltung von Interesse und Neugierde. „Was hat der andere zu bieten?“. Eine lernende Haltung, die von dem Bewusstsein des eigenen Nicht-Wissens getragen wird.

Radikaler Respekt

Radikaler Respekt bedeutet hier, die andere Person, im Sinne eines tiefen Verständnisses, bis zur Wurzel zu respektieren. Das kann gelingen, wenn wir uns bewusst machen, dass jeder ein Mensch ist und wir als Baby alle gleich auf die Welt kamen. Wir sind durch das, was wir erlebt haben, geworden, wer wir jetzt sind.

Von Herzen sprechen

„Ihr werdet´s nicht zum Herzen schaffen, wenn´s euch nicht von Herzen geht.“ schrieb Goethe in Faust I. Im Dialog zu sprechen bedeutet, von dem zu reden, was mir wirklich wichtig ist, was mich wesentlich angeht und was ich wirklich sagen möchte. Das tue ich in verständlichen Worten und ich fasse mich kurz.

Generatives Zuhören

Hören wir jemandem wirklich mit ungeteilter Aufmerksamkeit zu? Innerlich sind wir sehr schnell in der Wertung. Konzentriertes und offenes Zuhören in einer Gruppe kann dazu führen, etwas zuvor Unsichtbares sichtbar zu machen, etwas Neues entstehen zu lassen, zu generieren.

Suspendieren

Hier geht es darum eigene Meinungen, Vorannahmen und Bewertungen bewusst zu machen und davon innerlich einen Schritt zurückzutreten und sie zu parken. Sie zu betrachten, ohne sich selbst zu bewerten. Sie werden suspendiert.

Der Dialogprozess ist für mich eine wertvolle, die GFK ergänzende, Methode. Durch die „Regeln“ erlebte ich eine Qualität von echtem Zuhören, bei dem es in einer Gruppe mit 14 Teilnehmenden zu echten Be-gegnungen kam.

Literaturtipp

Martina, Johannes F. und Tobias Hartkemeyer:

Dialogische Intelligenz, 25.11.2015, Info 3 Verlag